Aluguer: Streit um Preise – was habt ihr bezahlt?

30 Escudos (knapp 30 Cent) haben am Montag für einen handfesten Streit zwischen einigen Aluguer-Fahrern und der Kommunalpolizei auf Sal gesorgt. Statt bislang 120 Escudos für die Fahrt zwischen Espargos und Santa Maria verlangten mehrere Fahrer plötzlich 150 Escudos.

Das war kein Versehen, sondern Protest. Nach Ansicht der Fahrer reichen die bisherigen 120 Escudos nicht mehr aus, um ihre gestiegenen Kosten zu decken. Deshalb verlangten sie von ihren Fahrgästen 150 Escudos.

Das Problem: Die Fahrer dürfen den Preis nicht einfach selbst erhöhen. Für die Strecke gilt weiterhin der festgelegte Tarif von 120 Escudos.

Polizei stoppt die Preiserhöhung

Als mehrere Fahrer am Montagmorgen, 5. Oktober, am Terminal in Espargos begannen, 150 Escudos zu verlangen, griff die Kommunalpolizei ein. Sie bestand darauf, dass weiterhin der geltende Preis von 120 Escudos verlangt wird.

Daraufhin stellten Fahrer ihre Fahrten ein. Für die Fahrgäste hatte der Streit unmittelbare Folgen: Viele warteten vergeblich auf einen Aluguer. Einige konnten nicht wie geplant zu ihrer Arbeit nach Santa Maria fahren.

Der Aluguer-Fahrer Diolandino da Luz begründete den Protest gegenüber der Nachrichtenagentur Inforpress mit den gestiegenen Betriebskosten.

„Wir können nicht arbeiten, nur um das Geld an den Tankstellen zu lassen.“

Diolandino da Luz, Aluguer-Fahrer

Auch Fahrer Jorge Batista verteidigte die 150 Escudos. Nach seinen Angaben hätten Fahrgäste den höheren Preis zuvor ohne Widerspruch bezahlt. Fast die Hälfte der Einnahmen einer Fahrt gehe inzwischen für Kraftstoff drauf.

Unter den Fahrgästen gab es unterschiedliche Reaktionen. Ivanilda Ascensão verwies darauf, dass eine Preiserhöhung das vorgeschriebene Verfahren durchlaufen müsse und die Fahrer eine Entscheidung der zuständigen Stellen abwarten müssten. Nelson Cruz zeigte dagegen Verständnis für die höheren Kosten der Fahrer, wies aber darauf hin, dass die Einkommen der Beschäftigten nicht entsprechend gestiegen seien.

Der Streit hatte sich angekündigt

Der Konflikt kam nicht aus dem Nichts. Bereits am 24. September hatte die Associação dos Hiacistas do Sal offiziell eine Erhöhung des Fahrpreises um 25 Prozent gefordert: von 120 auf 150 Escudos.

Verbandspräsident Carlos Delgado begründete die Forderung damals mit gestiegenen Kraftstoffpreisen sowie höheren Kosten für Wartung und Ersatzteile.

Die Forderung wurde der Assembleia Municipal vorgelegt. Ob und wann darüber entschieden wird, ist bislang nicht bekannt.

Inforpress versuchte nach dem Konflikt vom Montag, eine Stellungnahme des für den Verkehr zuständigen Stadtrats zu bekommen. Eine Antwort lag bis zur Veröffentlichung des Berichts nicht vor.

Sal Daily hat die Câmara ebenfalls um eine Stellungnahme gebeten. Bislang ebenfalls vergeblich. Die Vereinigung der Aluguer-Fahrer war für uns nicht erreichbar.

Was bedeutet das für die Bewohner von Sal?

Die Aktion der Fahrer am Montag war nicht angekündigt. Fahrgäste am Terminal in Espargos standen plötzlich vor der Wahl, entweder 150 statt 120 Escudos zu bezahlen oder zeitweise gar nicht nach Santa Maria zu kommen.

Der Konflikt ist nicht gelöst. Die Vereinigung der Aluguer-Fahrer fordert weiterhin 150 Escudos, eine Entscheidung über die beantragte Erhöhung ist bislang nicht bekannt. Deshalb muss auch mit weiteren kurzfristigen Aktionen gerechnet werden.

Wer auf ein Aluguer angewiesen ist und beispielsweise pünktlich zur Arbeit oder zu einem Termin kommen muss, sollte sich darauf einstellen. Zur Sicherheit kann es sinnvoll sein, die zusätzlich verlangten 30 Escudos dabeizuhaben.

Und für Urlauber?

Der Streit dreht sich um 30 Escudos. Für die meisten Urlauber dürfte das kein großer Betrag sein.

Unser Tipp: Wegen 30 Escudos mehr für die doch recht lange Strecke sollte man keinen Streit anfangen. Wer den höheren Preis bezahlt, zeigt damit zugleich Verständnis für die gestiegenen Kosten der Fahrer.

Wer damit nicht einverstanden ist, kann den Fahrer auf den regulären Preis von 120 Escudos hinweisen oder einfach den nächsten Aluguer nehmen.

In Espargos oder am Flughafen wegen 30 Escudos stehen zu bleiben, ist wahrscheinlich die schlechteste Alternative.

Die Preise gelten seit 2024

Die derzeitigen Aluguer-Tarife wurden Anfang 2024 festgelegt. Damals wurden die Preise für die Verbindungen Espargos–Santa Maria und Espargos–Palmeira um jeweils 20 Prozent erhöht.

Die damalige Regelung schreibt außerdem vor, dass die gültige Preisliste in den Fahrzeugen gut sichtbar ausgehängt werden muss.

Und jetzt seid ihr dran

Was haltet ihr von der Aktion der Aluguer-Fahrer?

Könnt ihr verstehen, dass einige Fahrer wegen der gestiegenen Kosten einfach 150 statt 120 Escudos verlangt haben? Oder sagt ihr: Die Regeln sind nun einmal, wie sie sind – solange 120 Escudos der festgelegte Preis sind, müssen sich auch die Fahrer daran halten?

Und wie sieht es in der Praxis aus?

  • Habt ihr zuletzt 120 oder 150 Escudos bezahlt?
  • Welche Strecke seid ihr gefahren?
  • Habt ihr in einem Aluguer schon einmal die vorgeschriebene Preisliste gesehen?

Schreibt eure Meinung und eure Erfahrungen unten in die Kommentare. Uns interessiert ausdrücklich beides: die Sicht derjenigen, die Verständnis für die Fahrer haben, und die derjenigen, die ihr Vorgehen für falsch halten.

Quellen

Inforpress, 24. September 2026: Forderung der Associação dos Hiacistas do Sal nach einer Erhöhung auf 150 Escudos.
Inforpress, 5. Oktober 2026: Stillstand am Hiace-Terminal in Espargos nach dem Versuch, 150 Escudos zu verlangen.
Boletim Oficial, 4. Januar 2024: Regelung der Aluguer-Tarife auf Sal.

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