200 Euro abheben auf Sal: Warum „kostenlos“ trotzdem Geld kosten kann

Welche Karte auf Sal günstiger ist, hängt von Bank und Kartenmodell ab. So erkennst du Abhebegebühren, zusätzliche Aufschläge und die Euro-Umrechnung am Automaten.

Am Geldautomaten schnell Bargeld holen – das gehört auch auf Sal zum Urlaub. Doch was auf dem Konto landet, hängt von der Karte ab. Selbst bei derselben Bank kann der Griff zur anderen Karte mehrere Euro sparen. Und „kostenlos“ bedeutet nicht immer, dass die Abhebung ohne Kosten bleibt.

Du stehst vor einem Automaten, möchtest den Gegenwert von 200 Euro abheben und hast zwei Karten im Portemonnaie. Welche nimmst du? Die Kreditkarte, weil Geldabheben damit im Ausland günstiger ist? Oder die Karte zum Girokonto?

Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Entscheidend sind die Bank, das genaue Kartenmodell und manchmal auch dein Kontotarif. Das zeigt die Prüfung der offiziellen Konditionen durch Sal Daily.

Ein Beispiel: Mit der ClassicKreditkarte der Commerzbank entstehen bei einem Abhebebetrag von 200 Euro Bankgebühren von 9,48 Euro. Für die Girocard mit zusätzlicher Visa-Funktion nennt die Bank 5,98 Euro – im Tarif für fremde Institute ohne direktes Kundenentgelt. Eine mögliche Gebühr des Automatenbetreibers muss deshalb gesondert betrachtet werden.

Die günstigere Karte erkennst du nicht am Namen

Bei der Haspa liegt der Vergleich anders. Für eine Sparkassen-Card mit Maestro/Cirrus beträgt die Abhebegebühr außerhalb Europas mindestens 5 Euro. Bei 200 Euro greift dieser Mindestbetrag. Mit den privaten Mastercard- oder Visa-Kreditkarten SILBER und GOLD verlangt die Haspa dagegen 1,25 Prozent: 2,50 Euro. Eine zusätzliche Abhebegebühr der Haspa kommt bei dieser Automatenabhebung in Fremdwährung laut aktuellem Preisverzeichnis nicht hinzu.

Damit kann bei der einen Bank die Girocard günstiger sein, bei der anderen die Kreditkarte. Und eine Visa-Debitkarte ist nochmals etwas anderes: Die Beträge werden direkt vom Girokonto abgebucht. Das Wort „Debit“ sagt aber noch nichts darüber, wie teuer die Abhebung wird.

Bankgebühren für eine einzelne Abhebung im Gegenwert von 200 Euro in CVE
Bank und Karte Bankgebühr
Haspa Sparkassen-Card mit Maestro/Cirrus 5,00 €
Haspa private Mastercard/Visa SILBER oder GOLD 2,50 €
Commerzbank Girocard mit Visa-Funktion* 5,98 €
Commerzbank ClassicKreditkarte 9,48 €
DKB Visa Debit mit Aktivstatus 0,00 €
DKB Visa Debit ohne Aktivstatus 4,40 €

Stand: Oktober 2026, geprüft am 1. Oktober. Ohne mögliche Automatengebühr. *Commerzbank-Tarif für fremde Institute ohne direktes Kundenentgelt. Die Beispiele setzen passende, gültige Karten und einen Automaten mit dem jeweiligen Akzeptanzlogo voraus. Abweichende Kartenabrechnungskurse sind nicht berechnet.

Warum „kostenlos“ trotzdem Geld kosten kann

Bei einer Abhebung können verschiedene Kosten zusammenkommen. Deine Bank kann eine Gebühr für die Auszahlung verlangen: einen festen Betrag oder einen Prozentsatz, häufig mit einer Mindestgebühr. Dazu kann ein Aufschlag für die Nutzung außerhalb des Euroraums oder für die Umrechnung in eine andere Währung kommen. Im Preisverzeichnis heißt das beispielsweise Auslandseinsatzentgelt oder Währungsumrechnungsentgelt.

Ein anschaulicher Fall ist die Mastercard-Kontokarte der Sparda-Bank Hamburg. Die ersten 24 Automatenabhebungen im Beitragsjahr bepreist die Bank nicht. Auf Sal kommen aber zwei Prozent Auslandseinsatzentgelt hinzu. Bei 200 Euro sind das 4 Euro. „Ohne Abhebegebühr“ bedeutet hier also nicht „ohne Bankkosten“.

Außerdem kann der Betreiber des Automaten ein eigenes Entgelt verlangen. Das ist eine weitere Kostenposition, auf die deine deutsche Bank keinen Einfluss hat. Sie kann auch dann entstehen, wenn deine Karte laut Bank weltweit kostenloses Abheben ermöglicht. Achte deshalb vor dem Bestätigen auf die Anzeige des Automaten. Unser Rechner enthält dieses mögliche Betreiberentgelt nicht.

Am Automaten: Escudos wählen, nicht Euro

Manche Automaten bieten an, die Abhebung sofort in Euro abzurechnen. Das klingt bequem: Du siehst gleich einen Eurobetrag. Doch dann übernimmt der Anbieter dieser Umrechnung den Wechselkurs. Dieser kann ungünstiger sein als der Kurs deiner Kartenabrechnung. Die sofortige Euroabrechnung wird auch DCC genannt.

Wähle auf Sal die Abrechnung in der Landeswährung: CVE, also kapverdische Escudos. Lehne eine angebotene Umrechnung in EUR ab. Je nach Automat kann das etwa „without conversion“ heißen. Die genaue Anzeige kann sich unterscheiden.

Der Escudo ist fest an den Euro gebunden: 1 Euro entspricht 110,265 CVE. Als rechnerischer Gegenwert sind 200 Euro damit 22.053 CVE. Das ist allerdings keine Garantie für den Eurobetrag auf deiner Kartenabrechnung: Der Abrechnungskurs der Kartenorganisation und Bankentgelte können davon abweichen. Auch kann der Automat andere Stückelungen oder ein niedrigeres Auszahlungslimit vorgeben.

Einmal prüfen statt bei jeder Abhebung rätseln

Für deine eigene Karte gibt es den Sal-Daily-Gebührenrechner. 200 Euro sind voreingestellt, du kannst den Betrag ändern. Wähle anschließend deine Bank und das genaue Kartenmodell beziehungsweise den zutreffenden Tarif. Der Rechner zeigt die geprüften Bankgebühren für eine einzelne Automatenabhebung in CVE.

Wenn ein örtliches Limit mehrere Abhebungen nötig macht, musst du jeden Vorgang einzeln berechnen. Gerade Mindestgebühren können sich dann mehrfach auswirken. Jahresgebühren der Karte und Kontoführungsgebühren gehören nicht zu dieser Berechnung.

Deine Bank fehlt? Sal Daily nimmt nur Karten auf, deren aktuelle Gebühren zuverlässig geprüft werden konnten. Besonders bei den regionalen Sparda-Banken darf man die Konditionen nicht übertragen. Ein Tarif aus Hamburg gilt nicht automatisch in West oder Südwest. Unsichere Angaben lassen wir weg. Der Rechner rät nicht.

Quellen und Prüfstand

Prüfdatum: 1. Oktober 2026. Grundlage sind die von den Banken aktuell bereitgestellten Preisverzeichnisse beziehungsweise offizielle Hilfeseiten. Die Dokumente tragen unterschiedliche Gültigkeitsstände; „Oktober 2026“ bezeichnet unseren Prüfstand. Individuelle Vereinbarungen können abweichen.

Aufmacher: Vinti4-Geldautomat auf Sal, Archivfoto von 2007. Foto: Manuel de Sousa / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Unverändert verwendet; die Aufnahme zeigt nicht den heutigen Zustand.

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